Rosemary Burn
Eine fast perfekt organisierte Besteckschublade; ein ausgepackter Schokoriegel; die Lichter einer Autobahn, verschwommen hinter einer verregneten Windschutzscheibe: Rosemary Burns kleinformatige Gemälde verleihen den Nebensächlichkeiten des Alltags eine stille Tiefe. In ihrem unverwechselbaren malerischen Stil zusammengesetzt, zeigen diese Nacherzählungen leicht vergessener Momente, wie ein gewöhnliches Leben aus einer bestimmten Perspektive eine spürbare Bedeutung auszustrahlen beginnt.

Mona Sultan
Mona Sultans fotocollagen beschreiben die fragmentarische Natur von Erinnerung und Bedeutung. Sie stellen die fotografische Wahrheit infrage, indem sie Bilder zerlegen, rekontextualisieren und wiederholen. Unsere Erfahrung der Welt ist unzusammenhängend, unvollständig und vom Unbekannten durchdrungen – genau diese gebrochene Realität versuchen Sultans Bilder widerzuspiegeln.

Kanny Yeung
Wo schlägt Darstellung in Abstraktion um? Kanny Yeungs rhythmische Gemälde setzen sich mit den vielfältigen Formen und Bewegungen des Wassers auseinander: Wellen, Kräuselungen, Unterströmungen und Reflexionen. Dabei wandelt sie geschickt auf dem schmalen Grat zwischen der realen Welt und ihrer eigenen malerischen Vorstellungskraft.

Luke Rudolf
Luke Rudolfs arbeiten übersetzen zwischen den Sprachen der Malerei und der digitalen Bildwelt. In der Balance zwischen systematischer Präzision und einer dezidiert menschlichen, notwendigerweise unvollkommenen visuellen Sensibilität, sind seine Gemälde unbeschwerte Abstraktionen für das digitale Zeitalter.

Jo Berry
Jo Berrys airbrush-Gemälde verleihen Bildern eine physische Form, die wir normalerweise nur über einen Bildschirm wahrnehmen und schnell wieder vergessen – wie Stockfotos oder ReCAPTCHAs. Für mich spiegelt ihre unverwechselbare Sprache – verschwommen, verzerrt, subtil beunruhigend – die Entfremdung und Dissoziation wider, die einer Welt eigen ist, die von immer schneller auftauchenden und verschwindenden Bildern durchdrungen ist.

Emile Kees
Mit einer einzigartigen Sensibilität für Form und Komposition macht Emile Kees in seinen Fotografien das Ephemere zu Monumenten. Ein Schatten, ein Handstand, ein transparenter Vorhang über einer Zimmerpflanze: Indem er diese Dinge fotografiert, schenkt er ihnen ein zweites Leben, in dem sie beständig werden.

Jo Hummel
Jo Hummels minimalistische Abstraktionen besitzen eine gewisse ahistorische Qualität; sie verbinden vielfältige Geschichten materieller Experimente und Schöpfungen aus aller Welt in einer einzigartigen visuellen Sprache. Für mich wirken sie wie ergebnisoffene Meditationen über ein breites Spektrum an Dualitäten: Handwerk und Kunst, Symmetrie und Asymmetrie, Oberfläche und Tiefe.

Lluís-Carles Pericó
Lluís-Carles Pericós landschaften entstehen größtenteils aus der Erinnerung, was den traumartigen Ton erklären mag, den sie anschlagen. Sie versetzen den Betrachter in Landschaften, die endlos wirken, während ein tiefer Nebel über dem Horizont hängt. Obwohl sie fremdartig erscheinen, sind diese Bilder tief friedvoll und laden dazu ein, sich an den einfachen Freuden einer ewigen, dämmerigen pastoralen Welt zu erfreuen.

Bianca MacCall
Die Szenen, die Bianca MacCall malt – ein Zugfenster, in dem sich das Wageninnere über der vorbeiziehenden Landschaft spiegelt; ein kaum sichtbares Auto, das hinter einem ockergelben Vorhang verborgen ist – wirken bewusst geheimnisvoll. Sie werden ohne Kontext präsentiert und mit einer filmischen Sensibilität beschnitten. Sie lassen mich über die gleichzeitige Absurdität und Schönheit der Welt vor meinen Augen nachdenken, indem sie vertraute Szenen durch eine ungewohnte Linse betrachten.

Henry Ward
Henry Wards künstlerische praxis ist in ständigem Wandel. Wenn man lange genug vor einem seiner Gemälde steht, kann man tatsächlich beobachten, wie es sich in Echtzeit verändert. Für mich schwankt sein Werk zwischen reiner Abstraktion – dem einfachen, aber unendlichen Vergnügen an der Kollision von Farbe und Form – und Gestalten, die die Form nicht identifizierbarer Dinge annehmen. Die unbeständige, unvorhersehbare Natur seiner Arbeit lässt mich immer wieder zu ihr zurückkehren.

