Künstler, die man 2026 im Auge behalten sollte
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Interviews mit Künstlern

Künstler, die man 2026 im Auge behalten sollte

Bei diesen Künstlern kreuzen sich Intimität, Erinnerung und Abstraktion auf unterschiedliche Weise, doch alle teilen eine Sensibilität für das Flüchtige: das übersehene Bild, den halb erinnerten Ort, die instabile Grenze zwischen dem, was wir sehen, und dem, was wir fühlen. Zusammen bilden sie eine leise, aber eindringliche Meditation darüber, wie Bedeutung sich im gewöhnlichen Leben ansammelt.

Von Phin Jennings | 24. Dez. 2025

Rosemary Burn

Eine fast perfekt organisierte Besteckschublade; ein ausgepackter Schokoriegel; die Lichter einer Autobahn, verschwommen hinter einer verregneten Windschutzscheibe: Rosemary Burns kleinformatige Gemälde verleihen den Nebensächlichkeiten des Alltags eine stille Tiefe. In ihrem unverwechselbaren malerischen Stil zusammengesetzt, zeigen diese Nacherzählungen leicht vergessener Momente, wie ein gewöhnliches Leben aus einer bestimmten Perspektive eine spürbare Bedeutung auszustrahlen beginnt.

Artists to Watch 2026
Rosemary Burn | Bowl of cherries, 2025

Mona Sultan

Mona Sultans fotocollagen beschreiben die fragmentarische Natur von Erinnerung und Bedeutung. Sie stellen die fotografische Wahrheit infrage, indem sie Bilder zerlegen, rekontextualisieren und wiederholen. Unsere Erfahrung der Welt ist unzusammenhängend, unvollständig und vom Unbekannten durchdrungen – genau diese gebrochene Realität versuchen Sultans Bilder widerzuspiegeln.

Les 10 artistes qui vont marquer 2026
Mona Sultan | Into Fragments of Levitation (detail), 2025

Kanny Yeung

Wo schlägt Darstellung in Abstraktion um? Kanny Yeungs rhythmische Gemälde setzen sich mit den vielfältigen Formen und Bewegungen des Wassers auseinander: Wellen, Kräuselungen, Unterströmungen und Reflexionen. Dabei wandelt sie geschickt auf dem schmalen Grat zwischen der realen Welt und ihrer eigenen malerischen Vorstellungskraft.

Les 10 artistes qui vont marquer 2026
Kanny Yeung | Light Comes Through, 2025

Luke Rudolf

Luke Rudolfs arbeiten übersetzen zwischen den Sprachen der Malerei und der digitalen Bildwelt. In der Balance zwischen systematischer Präzision und einer dezidiert menschlichen, notwendigerweise unvollkommenen visuellen Sensibilität, sind seine Gemälde unbeschwerte Abstraktionen für das digitale Zeitalter.

Les 10 artistes qui vont marquer 2026
Luke Rudolf | Fizzog 4, 2025

Jo Berry

Jo Berrys airbrush-Gemälde verleihen Bildern eine physische Form, die wir normalerweise nur über einen Bildschirm wahrnehmen und schnell wieder vergessen – wie Stockfotos oder ReCAPTCHAs. Für mich spiegelt ihre unverwechselbare Sprache – verschwommen, verzerrt, subtil beunruhigend – die Entfremdung und Dissoziation wider, die einer Welt eigen ist, die von immer schneller auftauchenden und verschwindenden Bildern durchdrungen ist.

Les 10 artistes qui vont marquer 2026
Jo Berry | The Machine (woodland off the M25 near Watford), 2025

Emile Kees

Mit einer einzigartigen Sensibilität für Form und Komposition macht Emile Kees in seinen Fotografien das Ephemere zu Monumenten. Ein Schatten, ein Handstand, ein transparenter Vorhang über einer Zimmerpflanze: Indem er diese Dinge fotografiert, schenkt er ihnen ein zweites Leben, in dem sie beständig werden.

Les 10 artistes qui vont marquer 2026
Emile Kees | Handstand, 2023

Jo Hummel

Jo Hummels minimalistische Abstraktionen besitzen eine gewisse ahistorische Qualität; sie verbinden vielfältige Geschichten materieller Experimente und Schöpfungen aus aller Welt in einer einzigartigen visuellen Sprache. Für mich wirken sie wie ergebnisoffene Meditationen über ein breites Spektrum an Dualitäten: Handwerk und Kunst, Symmetrie und Asymmetrie, Oberfläche und Tiefe.

Les 10 artistes qui vont marquer 2026
Jo Hummel | Orrun, 2025

Lluís-Carles Pericó

Lluís-Carles Pericós landschaften entstehen größtenteils aus der Erinnerung, was den traumartigen Ton erklären mag, den sie anschlagen. Sie versetzen den Betrachter in Landschaften, die endlos wirken, während ein tiefer Nebel über dem Horizont hängt. Obwohl sie fremdartig erscheinen, sind diese Bilder tief friedvoll und laden dazu ein, sich an den einfachen Freuden einer ewigen, dämmerigen pastoralen Welt zu erfreuen.

Les 10 artistes qui vont marquer 2026
Lluís-Carles Pericó | Cap a La Calma, 2014

Bianca MacCall

Die Szenen, die Bianca MacCall malt – ein Zugfenster, in dem sich das Wageninnere über der vorbeiziehenden Landschaft spiegelt; ein kaum sichtbares Auto, das hinter einem ockergelben Vorhang verborgen ist – wirken bewusst geheimnisvoll. Sie werden ohne Kontext präsentiert und mit einer filmischen Sensibilität beschnitten. Sie lassen mich über die gleichzeitige Absurdität und Schönheit der Welt vor meinen Augen nachdenken, indem sie vertraute Szenen durch eine ungewohnte Linse betrachten. 

Les 10 artistes qui vont marquer 2026
Bianca MacCall | Perpetual Motion, 2023

Henry Ward

Henry Wards künstlerische praxis ist in ständigem Wandel. Wenn man lange genug vor einem seiner Gemälde steht, kann man tatsächlich beobachten, wie es sich in Echtzeit verändert. Für mich schwankt sein Werk zwischen reiner Abstraktion – dem einfachen, aber unendlichen Vergnügen an der Kollision von Farbe und Form – und Gestalten, die die Form nicht identifizierbarer Dinge annehmen. Die unbeständige, unvorhersehbare Natur seiner Arbeit lässt mich immer wieder zu ihr zurückkehren.

Les 10 artistes qui vont marquer 2026
Henry Ward | Bethany III, 2023

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Weiterführende Literatur

 

 

 

 

 

 

 

 

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