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Ausgewählte Künstler

6 zeitgenössische, feministische Künstlerinnen

Wir stellen Ihnen 6 Frauen vor, die in der feministischen Kunstszene Pionierarbeit leisten und sich eine Welt erkämpfen, die zu lange nur von Männern dominiert wurde.

Von Ruth Millington

Feministische Kunst und feministische Künstlerinnen entwickeln sich zu einem bedeutsamen Bestandteil der Gegenwartskunst. Zu lange schon wird die Kunstwelt von Männern dominiert. Aber im Jahr 2020 wird sie sich der Bedeutung weiblicher Kunst bewusst. Durch den Feminismus hat sich die Geschichte bereits verändert, aber es gibt noch so viel zu tun. Hierbei spielen Künstlerinnen, die mit ihrer Kunst auf die Ziele des Feminismus aufmerksam machen, nach wie vor eine entscheidende Rolle.

Diese 6 feministischen Künstlerinnen ebnen diesen Idealen den Weg: Sie unterstreichen die Komplexität des Frauseins, stellen Stereotype infrage und kanalisieren ihre Kräfte für die Gleichstellung der Geschlechter. 

1. Shani Rhys James

Die walisische Künstlerin Shani Rhys James malt Selbstporträts, Innenräume und Stillleben in einem ehrlichen, überschwänglichen Stil. Durch wilde Tapeten, anarchische Blumenbouquets und gigantische Spiegel erscheinen ihre ruhelosen Motive zwergenhaft und die Narrative bekommen eine düstere und beengende Atmosphäre. Die Konfrontation der Erwartungen an Weiblichkeit und Häuslichkeit verwandelt das Gewohnte in etwas Seltsames und Beunruhigendes. So erklärt die Künstlerin: „Das Weibliche wird Teil der Dekoration; durch die Unmöglichkeit, sich auf der Weltbühne zu bewegen, kehrt die Frau sich nach innen und beschäftigt sich zwanghaft mit ihrem Innenraum.“

 

Shani Rhys James, „Combing Her Hair“, 2019. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und von Connaught Brown. 

2. Alexandra Gallagher

Alexandra Gallagher ist eine britische Künstlerin, die mit Malerei, Street Art, Collage und Fotografie arbeitet. Ihre Kunst ist inspiriert vom Surrealismus und erkundet die Welten des Unbewussten, der Träume, Erinnerungen und der Vorstellungskraft. Sie konzentriert sich auf weibliche Motive und beschäftigt sich mit Themen des Feminismus, der Identität und der Sexualität. Durch die Überlagerung mit stereotyper Weiblichkeitssymbolik – Federn, Blumen, Schleifen und der verbotene Apfel – in einer merkwürdigen, dystopischen Umgebung fordert sie den Betrachter auf, traditionelle Frauenrollen in der Gesellschaft zu hinterfragen.  

 

 Alexandra Gallagher, Forbidden Fruit, Auflage mit 50 Stück. 

3. Caroline Walker 

Caroline Walker ist eine der besten Malerinnen Großbritanniens. Sie hat am Royal College of Art studiert und malt Alltagssituationen mit beeindruckendem Realismus und stimmungsvollem Licht. Gegenstand ihrer Gemälde sind zumeist „unsichtbare“ Frauen bei der Arbeit, unter anderem im Haushalt. Sie rückt den Blickpunkt auf die Tätigkeiten, unter anderem Hausarbeit, die von Frauen verrichtet werden, ohne dass wir sie wahrnehmen. Walker lädt den Betrachter in ruhige Momente und intime Szenen ein. Dabei erkundet sie das Wesen der Weiblichkeit, indem sie traditionelle Frauenbilder als Kunstsujet mit unseren heutigen Vorbildern verquickt.

Caroline Walker, „Study for Making Fishcakes, late afternoon, December“, 2019. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und von Ingleby (Edinburgh).

4. Jenni Granholm

Jenni Granholm ist eine finnische Fotografin. Ihre Ästhetik, definiert durch bewusst sanfte rosafarbene Pastelltöne, ist unbekümmert feminin. In ihren Selbstporträts spielt sie mit Schleifen, Fesseln, Verflechtungen und dem Wunsch nach Freiheit, gepaart mit der Angst vor derselben – alles verbunden mit ihren persönlichen Erfahrungen. In einem eindrucksvollen Statement verhüllt sie ihr Gesicht. Die erklärte Feministin stellt fest: „Wenn die Gesellschaft nur dein Aussehen schätzt, wie sollst du da an dich glauben? Mangelndes Selbstvertrauen kann das Leben erheblich erschweren oder zumindest dazu führen, dass man sein Potenzial nicht voll entfaltet.“ 

 

 Jenni Granholm, „Veil“, 2019. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und der Argentea Gallery. 

5. Roxana Halls

Wie sollten sich Frauen benehmen? Diese Frage stellt Roxana Halls mit ihrer Kunst und kritisiert dabei die Konventionen der Weiblichkeit. In der Geschichte erschienen Frauen in Kunstwerken als passive Schönheiten, in den Gemälden von Halls sind sie aktive, selbstbestimmte Protagonistinnen – die sie häufig mit offenem Mund lachend oder essend zeigt. Ihre performativen Charaktere, unter anderem aufgedonnerte Schönheitsköniginnen, brechen die erwarteten Höflichkeitsregeln. Sie sabotieren die historisch weiblichen Stereotype und scheinen sie mit hämischer Freude auszulachen und zu untergraben. 

 

Roxana Halls, „Laughing While Reigning“, 2014. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und von Reuben Colley Fine Art. 

6. Kirsten Lilford

Die südafrikanische Künstlerin Kirsten Lilford zeigt in ihrer Kunst Szenen aus dem häuslichen Leben, bei Freizeitaktivitäten und Familienausflügen. Sie malt von Familienfotos und stellt dabei die weiblichen Protagonistinnen in den Vordergrund der modernen Vorstadtwelt: am Swimmingpool, im Garten und bei der Betreuung der Kinder. Die Atmosphäre hat jedoch etwas Düsteres, Surreales und Unheimliches. In vielen ihrer Gemälde werden die Frauen fast zu Schatten oder verschmelzen mit der sommerlichen Schwüle. Ihre Bilder warnen: Nichts ist jemals so simpel oder idyllisch, wie es scheint. 

 

Kirsten Lilford, Lady of Leisure, 2017 

 

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