Claudiase Praxis erforscht posthumane und prähumane Ökologien durch Malerei und materielle Experimente. In diesen Arbeiten interessiert sie sich dafür, wie das Leben außerhalb menschlicher Kontrolle, Aufmerksamkeit und Erzählung besteht, mutiert und sich reorganisiert.
Die Serie Intermundio konzentriert sich auf ruhige posthumane Landschaften, in denen die Natur langsam Räume zurückerobert, die einst von menschlicher Präsenz geprägt waren. Anstatt Katastrophen darzustellen, betrachten diese Werke Zustände der Aussetzung und des Übergangs. Diese Arbeiten handeln weniger von Enden als von Schwellen und deuten auf eine Welt in einem verlängerten Zustand des Werdens hin.
Nebenbei entwickelt die Serie Organische Formen der Natur sich durch automatisches Zeichnen und Malprozesse, die spekulative, geschöpfte Formen erzeugen. Diese Werke sind nicht im Voraus entworfen, sondern entstehen durch intuitive Gesten und Wiederholung, was Organismen nahelegt, die vor der Kategorisierung oder festen Identität existieren. Sie besetzen einen Raum zwischen Abstraktion und Lebensform und spiegeln ein Interesse an Emergenz, Instinkt und nicht-menschlicher Logik wider.
Zusammen bilden die beiden Sammlungen ein verbundenes System der Untersuchung darüber, was vor, nach und über die menschliche Präsenz hinaus existiert – wo Welten sich auflösen und neue Lebensformen leise zu erscheinen beginnen.
Ausstellung: The Holy Art Gallery, London, September 2023
Interview: mit Al-tiba9 Contemporary (online) August 2024
Veröffentlicht: Women Artists on the Rise Sommerausgabe 2024 - Arts of Hearts Project
Al-tiba9 Collectors Art Book - Interviews mit Künstlern Band 04