Die künstlerische Vorgehensweise von Yoann Bonneville verankert sich in einer tiefgehenden Reflexion über Identität, Spur und Erinnerung. Durch eine entschieden zeitgenössische Praxis erkundet er das Porträt als Ausdrucksraum der menschlichen Komplexität und der Schönheit des Lebens.
Eine vertiefte Praxis des Porträts
Die drei Buchstaben Y, B und A - Initialen seines Künstlernamens - sind nicht nur eine Signatur: Sie bilden die Struktur des Gesichts selbst. In die Komposition integriert, zeichnen sie die wesentlichen Linien des Blicks, des Mundes, der Konturen. Durch dieses grafische Verfahren hinterfragt Yoann die Beziehung zwischen Form und Bedeutung, zwischen Zeichen und Subjekt. Jedes Gesicht wird zu einem sowohl symbolischen als auch leiblichen Konstrukt, in dem die Identität des Künstlers in die des anderen eingeschrieben ist.
Seine Technik
Sein Werk zeichnet sich durch eine feine Recherche über Farbe und Licht aus. Der Künstler spielt mit den Farbtönen, variierend einen gleichen Farbton in vielen Nuancen, um die emotionale Tiefe des Gesichts zu offenbaren. Die Farbharmonien - manchmal sanft, manchmal kontrastreich - übersetzen eine Spannung zwischen Beruhigung und Intensität, zwischen Präsenz und Verschwinden. Diese Beherrschung von Ton und Farbverlauf verleiht seinen Porträts eine fast taktile Dimension, in der Farbe zum Atem wird.
Der Pinsel spielt eine wesentliche Rolle in seinem Schaffensprozess. Durch Bewegungen, die mal weit, mal präzise sind, konstruiert Yoann das Material und den Rhythmus der Leinwand. Die Pinselstriche, absichtlich sichtbar, verkörpern die Bewegung der Zeit, die Zerbrechlichkeit der Geste und die Vitalität des Lebens. Sie tragen zu dieser Ästhetik der Wahrheit bei, in der die Emotion über die Perfektion siegt.
Indem er die Strenge des Zeichens mit der Freiheit der Geste verbindet, entwickelt Yoann Bonneville eine einzigartige malerische Sprache, die sowohl sensibel als auch durchdacht ist. Seine Gesichter repräsentieren nicht: sie verkörpern. Sie werden zum Ort einer Begegnung zwischen sich selbst und der Welt, einer poetischen Erkundung dessen, was uns über die Erscheinungen hinaus verbindet.