Die Glätte als Spannung
In einer Zeit, in der Bilder in rasender Geschwindigkeit aufeinanderfolgen, wählt Pierre Wuillaume, den Blick zu verlangsamen.
Seine Malerei basiert auf einem konstruierten, klaren, aufrechten Bild, das in seiner Frontalität angenommen wird. Jede Form, jede Linie und jeder Kontrast tragen zu einer durchdachten Komposition bei. Doch hinter dieser scheinbaren Beherrschung bleibt etwas im Schwebezustand.
Er sucht nach einer kalten, gefühlvollen Schönheit: einer Schönheit, die zunächst durch ihre Einfachheit anzieht, dann jedoch eine Distanz, einen Zweifel, eine leichte Fremdheit schafft.
Seine Landschaften, seine Häfen, seine Straßen, seine Architekturen und seine Figuren werden zu schwebenden Räumen, in denen Geometrie, Licht, Schatten und Reflexionen das Reale in einen fast mentalen Raum verwandeln.
Die Wahl der Glätte ist entscheidend. In einem Universum, das von digitalen Bildern, Werbung und perfekt beherrschten Oberflächen dominiert wird, ist diese Ästhetik vertraut geworden. Pierre Wuillaume übernimmt einige dieser Codes, transponiert sie jedoch in die Malerei, von Hand. Die Glätte wird somit zu einem malerischen Material ebenso wie zu einer Quelle der Mehrdeutigkeit.
Unter den Farbflächen und der Präzision der Konturen erscheinen Verschiebungen, Spannungen, stille Brüche. Der Blick gleitet zunächst über die Oberfläche, bleibt dann stehen. Was offensichtlich schien, beginnt dann, zur Frage zu werden.
In einer Welt, die von flüchtigen Bildern übersättigt ist, schlägt seine Malerei vor, langsamer zu werden, anders zu schauen.
Eine glatte Malerei.
Aber eine gespannte Malerei.