Von frühester Kindheit an verstand Ruth Hunter das Markieren als ihre erste und wesentlichste Sprache. Durch diese Markierungen entfaltet sich ihre Geschichte. Wenn das Markieren die Sprache ist, dann ist Farbe die Stimme – tonal, viszeral und tief mit dem Gedächtnis verwoben. Ihr Prozess ist taktil, instinktiv und manchmal alchemistisch.
Hunters Gemälde, die mit Ölen und Kältewachs geschaffen wurden, entstehen aus einem emotionalen Impuls und nicht aus einem konkreten Plan. Ihre Arbeit ist zutiefst intuitiv – jedes Stück beginnt mit einer Geste oder einer Farbe, die resoniert, ähnlich wie ein Zuhörer, der in einem Gespräch reagiert. Das Gemälde entwickelt sich, während sie Schichten aufbaut und wieder abträgt, wobei Erzählung und Bildsprache organisch an die Oberfläche treten. Figurativ in der Natur laden ihre Kompositionen zur emotionalen und spirituellen Kontemplation ein und fordern die Betrachter auf, ihre eigenen inneren Landschaften durch die Sprache der Erinnerung und der Empfindung zu erschließen.
Ruth Hunter ist eine in Portland ansässige Malerin, deren Praxis mit Ölen und Kältewachs Themen wie Erinnerung, Transformation und intuitive Geschichtenerzählung erforscht. Aufgewachsen im ländlichen Osttexas verbrachte Hunter einen Großteil ihrer frühen Jahre in der Natur – ein einsames Kind, das eine taktile Beziehung zum Land und seinen Elementen aufbaute. Diese frühe Erfahrung ist grundlegend für ihre Arbeit. Diese tiefe physische Verbindung zur Erde und zu den Materialien hat sie nie verlassen; sie prägt weiterhin ihren Prozess, bei dem sie ihre Studiotage immer noch mit Farbe an den Händen beendet.
Ihre Gemälde bleiben eine stille, aber kraftvolle Einladung – innezuhalten, sich zu erinnern und zu fühlen.