Max Knödl malt Landschaften, die zwischen Wiedererkennen und Auflösung entstehen. Wald, Wasser, Berge und Licht bleiben als konkrete Erfahrungen präsent, werden jedoch durch Farbe, Pinselbewegung und Rhythmus in eine eigenständige Bildwelt überführt.
Ausgangspunkt seiner Malerei ist die Landschaft – nicht als naturgetreues Abbild, sondern als Wahrnehmung. Knödl interessiert, was geschieht, wenn sich ein gesehener Ort im Prozess des Malens verändert: Formen verdichten sich, Farben lösen sich von ihrer natürlichen Funktion, Baumstämme werden zu vertikalen Rhythmen, Licht wird zu Farbe und Raum zu Bewegung.
Dabei bleibt die Gegenständlichkeit bewusst erhalten. Seine Bilder werden nicht vollständig abstrakt. Gerade die Spannung zwischen dem erkennbaren Landschaftsmotiv und der Autonomie der Malerei ist wesentlich für seine Arbeit. Der Betrachter kann einen Wald erkennen und zugleich erleben, wie dieser Wald aus Farbfeldern, Pinselzügen und räumlichen Beziehungen neu entsteht.
Knödls pastoser, unmittelbarer Farbauftrag macht den Entstehungsprozess sichtbar. Der einzelne Pinselstrich beschreibt nicht nur einen Gegenstand, sondern besitzt selbst Form, Richtung und Bewegung. So wird die Landschaft nicht allein dargestellt, sondern geradezu aus der Malerei heraus entwickelt.
Seine Bilder bewegen sich damit zwischen Beobachtung und Erfindung, zwischen Landschaft und Abstraktion. Sie fragen weniger danach, wie ein bestimmter Ort aussieht, als danach, wie Landschaft zu Malerei werden kann.
Für Knödl ist die Landschaft deshalb kein abgeschlossenes Motiv, sondern ein offener Prozess: ein Raum, in dem Farbe, Licht, Bewegung und Erinnerung miteinander in Beziehung treten.